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FotoIn diesem Spezialkurs der UÜ Werkatelier fertigten wir mit einer kleinen, aber feinen Gruppe von Schülerinnen der 3c, 4b, 4c, sowie der Teilnahme von Frau Dir. Reinsperger und Prof. Frischeis, einen vergoldeten Armreif aus Holz an. Die Rohlinge stellte uns ein bereits pensionierter Drechsler aus Altlengbach her, der sie nach Maß für uns anfertigte. Zusätzlich erhielt ich als Spende von der Firma Hobl, das ist der Restaurator und Vergolder bei dem ich seit 30 Jahren tätig bin, für diesen Kurs Serviettenringe aus Holz, die wir dann auch vergoldeten.

Armreif und Serviettenring wurden zunächst in mehreren Durchgängen mit warmen Kreidegrund grundiert, anschließend feingeschliffen und vom Schleifstaub befreit. Als nächsten Auftrag erfolgte für den Armreif das sog. Poliment (eine mit Eiklar gebundene Tonerde), welches das Gold polierbar macht und namensgebend für diese Art der Vergoldung, nämlich der „Polimentglanzvergoldung“ ist.

Nach diesen doch sehr aufwendigen Vorarbeiten ging es dann endlich ans Vergolden: Mit dem Vergolderpinsel aus Fehhaar wurde das, in das zuvor in ein Vergolderkissen hineingeblasene, Blattgold aufgenommen und auf den benetzten Armreif gelegt. Dieser Vorgang erforderte von allen höchste Konzentration, Geschick und eine gute Auge-Hand-Koordination, welchen die Schülerinnen und Professoren mit Bravour meisterten (siehe Fotos und Video). Nach einer gewissen Trocknungszeit konnte dann alles mit einem Achat auf Hochglanz poliert werden.

Den Serviettenring vergoldeten wir in der sog. Ölvergoldung, bei der die grundierte Oberfläche, in die wir zunächst ein Muster gravierten, mit Schellack isoliert, mit der Vergoldermilch (ein langsam trocknender Kleber) angelegt und schließlich mit Blattgold direkt „angeschossen“ wird.

Zur Auswahl, den Goldton betreffend, gab es 23- Karat Dukatengold, Altgold, Weißgold und Platin als Blattgold, das sind 6-8 Tausendstel Millimeter dünne Folien aus geschlagenem Gold.

Abschließend möchte ich anmerken, dass dieser Spezialkurs, der zwar in der Vorbereitung und Durchführung sehr aufwendig war, mir sehr viel Freude bereitet hat, v.a. weil die Kursteilnehmerinnen mit Begeisterung ans Werk gingen und großes Geschick sowie ein feines Gespür für dieses doch sehr alte, aber faszinierende Kunsthandwerk zeigten. Ich danke allen für diese schöne und freudvolle Zeit!

Mag. Virginie Verwanger



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