Bijoux – Holzschmuck mit Blattvergoldung
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Im Vergolder-Handwerk ist die Blattvergoldung und im speziellen die Polimentglanzvergoldung sozusagen die „Königsdisziplin“ der Vergoldungstechniken, da sie sehr aufwendig ist und viel Geschick und Ausdauer verlangt. Aus diesem Grund erschienen mir die Schülerinnen der 4. Klassen, die auch größtenteils schon seit der 2. Klasse die Unverbindliche Übung „Werkatelier“ besuchen, als geeignet für dieses Projekt.
Die Schülerinnen der 4A, 4C und 4F sowie die Kolleginnen Caterina Egenhöfer und Julia Marx probierten bereits Ende des letzten Schuljahres verschiedene Armreif- Modelle und Größen aus, damit ich mit dieser Vorgabe über den Sommer die passenden Armreifen von einem Drechsler aus Altlengbach anfertigen lassen konnte.
Der Kurs startete dann nach den Semesterferien und wir begannen mit dem Aufbau des Untergrundes für die Vergoldung: Leimtränke (Hasenhautleim), Grundierung mit lauwarmen Kreidegrund (bologneser Kreide) in 6 bis 7 Schichten (Zwischenschliff), Feinschliff, Auftrag des gelben und roten Poliments (mit Eiklar gebundene Tonerde).
Das Vergolden selbst, das sog. „Anschießen“, erfolgt dann mit dem Fehhaarpinsel, der das zuvor ins Vergolderkissen hineingeblasene und zurechtgeschnittene Blattgold aufnimmt und auf die benetzte Polimentschicht befördert. Nach ca. eineinhalb Stunden Trocknungszeit, die die Schülerinnen mit dem Bemalen eines Fächers verbrachten, konnte das auf den Armreif und einem selbst entworfenen Medaillon „angeschossene“ Gold mit dem Achat auf Hochglanz poliert werden. Es sind an die 15 Arbeitsschritte vom Rohling bis zum vollendeten Werk! Zur Auswahl, die Blattgoldfarbe betreffend, standen 23 Karat Dukatengold, Altgold, Weißgold und Platin.
Die von mir anfangs gehegten Zweifel, dass diese doch sehr komplizierte Vergoldungstechnik zu schwierig für die Schülerinnen sein könnte, lösten sich rasch in Luft auf. Die Schülerinnen und Kolleginnen stellten sich sehr geschickt an und arbeiteten sehr besonnen und ausdauernd. Und die auf diese Weise entstandenen Werkstücke können sich wirklich sehen lassen!
Alle Schmuckstücke verdienten es natürlich in der Vitrine vor dem Konferenzzimmer zusammen mit den verwendeten Vergolder-Werkzeugen und einer Mustertafel, die den Schichtaufbau zeigt, ausgestellt zu werden, bevor die neuen „Vergolderinnen“ ihr Bijoux mit nach Hause nehmen konnten.
Mag. Virginie Verwanger