Expedition Peilstein 1c
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Für eine erfolgreiche Expedition Peilstein spielt das Wetter eine entscheidende Rolle. Nachdem für den ursprünglichen Termin das Wetter die „Rolle des Spielverderbers“ einnahm, musste der zweitägige Erlebniswandertag der 1c um eine Woche verschoben werden. Somit waren wir zeitlich schon in der letzten Woche vor den Herbstferien und eine weitere Verschiebung wäre dadurch nicht mehr möglich gewesen, da die niederen Temperaturen und die durch die Umstellung auf die Winterzeit noch früher einsetzende Dunkelheit eine Durchführung nicht mehr zulassen würden …
Mit dieser Prognose im Hinterkopf wurde der Wetterbericht für den verschobenen Termin mit angespannten Nerven und „starker Tendenz zum Nägel beißen“ verfolgt. Mittwoch: spätsommerliches Herbstwetter. Donnerstag: spätsommerliches Herbstwetter, jedoch eine nahende Kaltfront mit starken Sturmböen wird gegen Abend den Wiener Wald erreichen! Nachdem eine Schularbeit den Mittwoch „blockierte“, blieben nur der Donnerstag und Freitag für unsere Expedition. Und nachdem laut Prognose die Front erst um 18 Uhr im Gebiet des Peilsteins eintreffen würde, fiel die Entscheidung zugunsten einer Durchführung, in der Hoffnung, dass die Schlechtwetterfront sich an den Zeitplan hält und nicht schon früher eintrifft …
Mit dem Wissen, dass der starke, böige Wind auch noch am Freitag eine Rolle spielen wird und dadurch vielleicht weder Abseilen noch Flussüberquerung möglich wären, „quetschten“ wir das Zweitagesprogramm als „Kompaktversion“ in den Donnerstag! Und nachdem die SchülerInnen sehr diszipliniert und mit starkem Engagement dabei waren, war diese „Mission Impossible“ doch durchführbar. In einer Rekordzeit hatte die ganze Klasse den Fluss überquert. Einziger „Wehrmutstropfen“ dabei war, dass sich mein Handy unbedingt einbildete, „der Schwechat auf den Grund zu gehen“ und unvermutet „hineinsprang“, wodurch es leider auch keine Bilder von der Flussüberquerung gibt …
Im flotten Tempo wurde die Strecke zur Arnsteinhöhle zurückgelegt und jeder, der wollte, konnte an der fast 30 Meter hohen Felswand abgeseilt werden. All jene SchülerInnen, denen diese Höhe doch zu heftig war, ließen sich später von der Aussichtsplattform des Peilsteinhauses abseilen, nicht ganz so hoch, aber nicht weniger spektakulär und aufregend.
Lange vor der Sturmfront erreichten wir das Peilsteinhaus. Vor dem Abendessen konnten wir sogar noch das „obligatorische“ Klassenfoto beim Gipfelkreuz „schießen“, ein längerer Aufenthalt vor Ort wurde jedoch durch eine heftige, unvermutet die 100 Meter hohe Felswand heraufbrausende Sturmböe beendet, und nachdem die Schlechtwetterfront mit dieser Begrüßung ihr Eintreffen verdeutlichte, suchten wir im Peilsteinhaus Schutz. Die von den Kindern verfassten Reime rund um die Expedition Peilstein wurden somit windgeschützt im Gastraum vorgetragen, denn ein Lagerfeuer musste angesichts des aufbrausenden Charakters der Front von der „To do Liste“ gestrichen werden …
Nach einer „stürmischen“ Nacht zeigte sich, dass die Entscheidung, alle Aktivitäten in den ersten Tag zu packen, eine gute war. Denn wie angekündigt, war der Wind am Freitagvormittag noch so stark, dass ein sicheres Abseilen oder Flussüberqueren nicht gewährleistet werden konnte. Selbst der Rückweg erforderte eine leichte Anpassung: das letzte Drittel des Weges wäre der Windrichtung zu sehr ausgesetzt gewesen, sodass wir uns dazu entschieden, einen kleinen Umweg durch ein Autoshuttle in Kauf zu nehmen. Die fehlenden Punkte für die Trophäe durch die geringere zu Fuß zurückgelegte Wegstrecke konnte sich die 1c locker leisten: die SchülerInnen hatten durch die gelösten Aufgaben einen guten Polster an Punkten für den „Peilstein in Gold“ angelegt, dadurch kam es auf die paar Punkte durch den kürzeren Fußmarsch nicht an!
Somit hatte die 1c als letzte Klasse heuer ebenfalls mit Bravour den Peilstein in Gold verdient! Auch wenn der Start in die Klassengemeinschaft wetterbedingt sehr stürmisch und turbulent erfolgt ist: mögen die folgenden zwei Jahre ruhiger und sehr harmonisch verlaufen …
Rüdiger Verwanger