„Durch den Gatsch in die Ferien“ – Fit for life beim Spartan Race in St.Pölten
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29.Juni, Zeugnisvergabe und Beginn der Ferien … doch nicht für alle SchülerInnen unserer Schule: einige wollten es am letzten Schultag „nochmals wissen“ und begaben sich zum Spartan Race in St.Pölten …
Nachdem ich den Kindern dieses außergewöhnliche und herausfordernde Sportereignis „schmackhaft“ gemacht hatte, ließ ich es mir natürlich auch nicht nehmen, mit dabei zu sein, die Kinder anzufeuern, im Bedarfsfall aus dem Gatsch zu ziehen, Fotos zu machen, die Freude an diesem Rennen mit den Kindern gemeinsam mit zu erleben.
Nach einer verkürzten Teilnahme am Lehrerabschiedstreffen fuhr ich von Stockerau über Krems Richtung St.Pölten. Erste fette Regentropfen auf der Windschutzscheibe kurz vor Krems lösten bei mir doch etwas Verwunderung aus. Der Wetterbericht hatte prognostiziert, dass das Wetter passen wird. Ja, gut, da waren ein paar dunkle Wolken, die nordwestlich von Krems auf mich zuzogen, aber ein Blick nach links ließ Sonnenschein über der Region von St.Pölten erkennen. Doch ein besorgter Blick auf das Wetterradar zeigte, dass da etwas Gewaltiges aufzog: eine tiefviolette Einfärbung in der Regen-App bedeutet nichts Gutes. Ein erneuter Blick gegen Nordwesten Richtung Krems bestätigt die Prognose: tiefschwarze Wolken machten mittlerweile einen bedrohlichen Eindruck. Das Abspielen des zeitlichen Verlaufs auf der App ließ jedoch ein Fünkchen Hoffnung am Leben. Das zieht knapp beim Spartan Race Gelände vorbei. Jetzt hatten wir das gesamte Schuljahr Pech mit dem Wetter: Schneefall Ende April und Temperaturen, die man sich im Winter wünscht, hatten wir bei den Projekttagen im Waldviertel, die Antiken Olympischen Spiele mussten wetterbedingt zweimal verschoben werden, der Radtag ebenso, der der 2B fiel komplett aus, beim Baseballcup und Sportfest hatten wir eine derartige Hitze, dass nur die Erinnerung ans Waldviertel „etwas Abkühlung“ verschaffte, und jetzt vielleicht auch noch das Spartan Race?! Nein, das wäre zu viel. Das Wetter zieht vorbei! Ganz sicher, es wird uns nur knapp streifen. Es … ist nicht vorbeigezogen, es hat uns erwischt, und zwar „ordentlich“: eine halbe Stunde vor dem Start der ersten Welle - das Gruppenfoto ging sich gerade noch trocken aus - erlebten wir „in natura“, was „tiefviolett“ auf einem Regenradar bedeutet. Der Himmel hatte seine Schleusen geöffnet, erste Anwesende begannen eine Arche zu bauen, andere befürchteten, Perserkönig Xerxes würde aufmarschieren und sich mit Donner und Getöse erneut den Spartiaten stellen …
Dieses jetzt „leicht“ überzeichnete Szenario führte aber nichts desto trotz zu einem Zusammentreffen der Rennleitung, um die Situation abzuschätzen. Besorgt zum Himmel gerichtete Blicke und schluchtentiefe Sorgenfalten auf den Gesichtern der Verantwortlichen wurden wenig später von der Verkündigung der Moderatoren bestätigt: der Start wird aus Sicherheitsgründen verschoben …
Der mittlerweile „in Fahrt gekommene“ Starkregen ließ aber unsere SchülerInnen jetzt nicht in Selbstmitleid versinken. Ganz im Gegenteil: eine Klasse nach der anderen wünschte sich von den DJs und Moderatoren ein Lied und führte allen Anwesenden, die sich unter den als Schattenspender aufgestellten Zelten zurückgezogen hatten, ihren einstudierten Tanz vom Baseballcup vor, zum Teil im strömenden Regen! So etwas hatte der Veranstalter auch noch nie erlebt und war von der Begeisterung und Lebensfreude unserer Kinder hin und weg! Die Spartiaten von StockArroo werden ihnen jetzt endgültig in Erinnerung bleiben. Denn aufgefallen sind wir auch schon die Jahre zuvor, da wir mit Abstand jene Schule sind, die jedes Jahr die meisten TeilnehmerInnen am Start haben …
Eine erneute Beratung und Überprüfung der Wetterentwicklung ließ ein „Wetterfenster“ erkennen, dass sich später wieder schließen würde. Also wenn, dann jetzt. Somit gab es mit einer Viertelstunde Verzögerung die Startvorbereitungen. „Der Einheizer“ wurde dieses Jahr seinem Namen ordentlich gerecht: ein kurzes und knackiges Aufwärmprogramm bereitete die Kinder auf die bevorstehende, körperliche Belastung optimal vor, während Zuseher und Eltern auf der Seite, trotz Bildstabilisator, nur verwackelte Bilder zustande brachten, da die tropfnassen Kleidungsstücke nicht wirklich eine wärmende Funktion zeigten und so ziemlich jeden mittlerweile ordentlich frösteln ließen…
Kurze Rücksprache mit der Rennleitung, noch einmal banges Warten auf den Start, und wie zum Hohn begann es erneut zu schütten, in der Ferne schien das abziehende Gewitter mit dumpfem Grollen sich mit den Worten zu verabschieden „… dann bis zum nächsten Jahr“ – denn es hatte in den letzten Jahren kein Spartan Kids Race ohne Wetterkapriolen gegeben.
Aber dann war es endlich soweit: mit einem dreifachen „Arrooo!“ ging die erste Welle ins Rennen. Mit großer Vorfreude auf die ersten Hindernisse stürmten die Spartiaten den Starthang hinunter und waren durch nichts mehr zu stoppen! Eine Welle folgte dann auf die andere, und wohin man auch wenig später schaute, überall auf dem Gelände wurde geklettert, balanciert, gehangelt, Wände und Leitern überwunden, Gatsch und Wasserstellen durchwatet, und zu guter Letzt kam dann auch noch die Sonne heraus! Ziemlich erschöpft, aber glücklich und freudestrahlend, nahmen die Kinder im Ziel ihre mehr als verdiente Finishermedaille entgegen. Und egal, wen man nach dem Rennen fragte, die Antworten auf die Frage, wie es war, klangen wie abgesprochen: „Cool, anstrengend, aber cool! Und nächstes Jahr wieder!“ Schön, wenn sich Kids am letzten Schultag/ersten Ferientag noch für so eine sportliche Aktivität begeistern können!
Apropos „nächstes Jahr“: der Veranstalter teilte mir mit, dass 2025 das Spartanrace schon eine Woche früher stattfinden wird, als noch während der Schulzeit! Ich denke, dass dadurch noch mehr Kinder unserer Schule mitmachen werden, und vielleicht gelingt es dann diesmal, die magische Zahl „300“, was die Teilnehmerzahl betrifft, zu erreichen. Denn schließlich waren es angeblich nur 300 Spartiaten, die sich bei den Thermopylen Xerxes Heerscharren entgegen stellten …
Aber jetzt sollen sich einmal unsere heurigen Spartiaten, und das waren immerhin auch schon mehr als 80 Kinder, von den Strapazen erholen, einen schönen Platz für ihre Medaille finden, mit Stolz das coole Finisher-Shirt tragen und die schönste Zeit des Jahres, die Ferien, genießen! Gratulation zu euren tollen Leistungen, Danke fürs Mitmachen, und Danke, dass ihr das Rennen so vernünftig absolviert habt und dass niemand „übertrieben hat“. Denn durch die Nässe waren die Strecke und vor allem die Hindernisse, um einiges anspruchsvoller!
Einen schönen Sommer und ein kräftiges „Arroo!“
Rüdiger Verwanger