Am 23. November besuchten die 8. Klassen im Rahmen des GPB- und Religionsunterrichts die KZ-Gedenkstätte Mauthausen. In den nachfolgenden Unterrichtsstunden wurde der Besuch eingehend nachbesprochen und die Schüler:innen der 8B und 8C wurden darüber hinaus gebeten, ihre Eindrücke auch schriftlich festzuhalten.

„Viele Jahre lang hören wir nun schon im Unterricht von dem unmenschlichem, was im Zweiten Weltkrieg vielen Menschen angetan wurde. Und doch ist es schwer vorstellbar. Im Geschichte Unterricht, im Deutsch Unterricht und im Pup (Wahlpflichtfach) Unterricht wird versucht uns klarzumachen, wie furchtbar die damalige Zeit war. Und doch habe ich es nie so verstanden wie an jenem Tag, an dem ich in Mauthausen war.“
Johanna Gruber, 8C

„Den Unterschied zwischen dem Lernen in der Schule über den Nationalsozialismus, dem Besprechen des Lagers in den Unterrichtsstunden davor und selbst dem Lesen mehrerer Bücher zu dieser furchtbaren Thematik haben nicht einmal ansatzweise die Stimmung vermittelt, die sich in mir aufgetan hat, als wir diesen Ort betreten haben. Man wird sich einfach bewusst, wie schlimm das dort schlussendlich war und wie grausam das Ganze abgelaufen ist.“
Anika Wydy, 8C

„Sobald ich diesen Ort betrat, war ich von einer eigenen Atmosphäre umgeben. Der eisige Wind und die kahle Landschaft haben dieses Gefühl unterstrichen. Es widerspiegelt die tragischen und bestialischen Vorkommnisse, welche sich hier damals zugetragen haben.“
Lorenz Piller, 8C

„Der direkte Kontakt mit den Überresten und der authentischen Umgebung eines Konzentrationslagers hat die Vergangenheit auf eine sehr persönliche Weise erlebbar gemacht. Die Qualen und das Leiden der Gefangenen konnte man geradezu spüren und es war schwer, sich der starken emotionalen Belastung zu entziehen.“
Simon Laube, 8C

„Die Gedenkstätte selbst, mit ihren Ausstellungen und den Überresten des Lagers, brachte Gänsehaut bei mir hervor und lässt einen die schreckliche Vergangenheit sozusagen miterleben.“
Luca Jordan, 8C

„Ich denke, das Wort „Leben“ muss eine ganz andere Bedeutung in einem Konzentrationslager bekommen und ich finde es faszinierend, dass es als etwas gesehen wurde, was man möchte und für das man Hoffnung hat, trotz allem.“
Channy Thell, 8C

Steinbruch

„Nach einer zweistündigen Busfahrt wurden wir zuerst zum Steinbruch geführt. Das Aussteigen aus dem Bus und das Erblicken des Zielortes glich keinesfalls den Gefühlen von anderen Ausflügen. Wir befanden uns umgeben von gewaltig hohen Felswänden. Der Gedanke daran, dass Menschen hier, oft bis zum Tod, arbeiten mussten und dass diese Umgebung für so viele das Letzte war, das sie gesehen hatten, hat mich den Ort mit einer sehr seltsamen, traurigen Stimmung fühlen und dementsprechend wahrnehmen lassen.“
Julia Frey, 8B

„Kommt man aber den Beschilderungen näher erfährt man, was hier vor nicht einmal 80 Jahren geschehen ist. Mit einem Blick zu den eigenen Füßen fragt man sich ungläubig in sein Inneres: Hier, wo ich gerade stehe, sind mehrere tausend Menschen eines qualvollen Todes gestorben?“
Sophie Hummelberger, 8B

„Leute konnten Menschen umbringen, ohne mit der Wimper zu zucken, und versuchten, sich alle möglichen Ideen auszudenken, Menschen niederzumachen. Ich bin wirklich traurig, wenn ich mir denke, dass Menschen so herzlos und grausam sein können. Warum machen Menschen es anderen bewusst schwer? Sind wir nicht gleich?“
Molei Fang, 8C

„Zum Abschluss hielten wir noch eine Schweigeminute. Das hat mich sehr berührt. So hatte man nochmal die Möglichkeit, sich die schrecklichen Taten bewusst zu machen und an die vielen Menschen denken, die in den Jahren extrem leiden oder ihr Leben verlieren mussten.“
Johanna Wostal, 8B

Museum

„Das Museum war sehr interessant. Mich haben vor allem die Ausstellungstücke der SS-Zeit, beispielsweise die Kleidung der Häftlinge, sehr berührt. Das machte die Vorstellung der damaligen Verhältnisse etwas leichter.“
Leonie Schulte, 8B

„Das Museum hatte viele Schwerpunkte und Räume. Am beeindruckten waren die Geschichten, die man durch kurze Videos zu verschiedensten Themen anzuhören konnte.“
Theresa Zeller, 8B

„Als ich dann die Bilder im Museum sah, war ich ein wenig überrascht und mir wurde immer bewusster was dort wirklich geschehen ist, obwohl wir sehr vieles schon im Unterricht gelernt haben, war es dennoch irgendwie anders wirkliche Fotos aus der Zeit zu sehen und zu merken das es eigentlich nicht so lange her ist.“
Anastasia Ikonic, 8C

„Spätestens wenn man zu den Denkmälern kommt, wird einem die Auswirkung der Vergangenheit bewusst. Von oben schaut man auf den Steinbruch herab, von dort die Leute teilweise Meter in die Tiefe gestoßen wurden.“
Lena Wolf, 8C

Lager

„Für mich waren jedoch die langen Plätze zwischen den Baracken und dort, wo diese einmal standen und vor den KZ-Gebäuden am erschütterndsten, weil es so echt war und ich nicht glauben konnte, dass so viele Menschen genau in diesem Ort den Leben verloren haben.“
Beatrice Altmann, 8B

„Als wir die Führung rund um das KZ machten und die Umgebung sahen, konnte ich es kaum glauben, dass sich so ein schrecklicher Ort in so einer schönen Gegend befindet.“
Justina Altmann, 8B

„Ich habe probiert mir die Menschen vorzustellen: wo sie gestanden sind, was ihnen durch den Kopf gegangen ist, ihre Gesichtsausdrücke, die Todesangst, die sie verspürt haben. Ich glaube, dass auch die modernere Aufarbeitung des Geländes mir diese Vorstellungen ein wenig erschwert hat. Trotzdem habe ich probiert mir klarzumachen, dass genau den Weg, den ich gerade über den Appellplatz gehe, früher tausende von Häftlingen gegangen sind, aber natürlich unter ganz anderen Umständen.“
Paula Fasching, 8B

„Das Modell in den Baracken hat noch einmal veranschaulicht, wie eng und unhygienisch dort alles war. Auf den Betten waren lauter Blut- und Schmutzflecken abgebildet, an die ich gar nicht gedacht habe.“
Marco Franz, 8B

„Ein Gefühl, das immer wieder vorkam, war, wie eng sich alles fühlte. Draußen war es nicht so schlecht, da man noch den Himmel sehen konnte, aber in die Kabinen, Quarantäne-Zonen und Waschräumen waren alle sehr klein gebaut. Das war da, um die Menschen zu entmenschlichen, so viel weiß ich, aber wie jemand ein solches Verhalten gegenüber anderen Menschen entschuldigen könnte, das kann ich nicht verstehen.“
Evangelos Leventis, 8C

„Menschen, die das Lager besuchen, sind oft still und nachdenklich. Die Stille wird nur manchmal von leisen Gesprächen durchbrochen, wenn die Besucher versuchen, die schlimmen Dinge, die hier passiert sind, zu verstehen. Mauthausen erinnert uns nicht nur an die Vergangenheit, sondern fordert uns auch auf, uns aktiv gegen Ungerechtigkeit und Intoleranz zu stellen. Wir dürfen niemals vergessen, was im Holocaust passiert ist.“
Ege Prutsch, 8B

„Am eindrucksvollsten und gleichzeitig unverständlichsten für mich war der Sportplatz und die Tatsache, dass die damalige Bevölkerung bei einem Fußballspiel mitfiebern konnte, obschon ungefähr 20 Meter weiter, Menschen am Ende ihrer Kräfte, wahrscheinlich qualvoll, im Sterben liegen.“
Gudrun Wimmer, 8B

„Die Baracken bestanden nur aus dünnen Holzbrettern und ich will mir gar nicht vorstellen, wie kalt es im Winter gewesen sein muss, auch wenn bis zu 500 Personen in einer Baracke waren.“
Severin Töpfl, 8C

Täter:innen

„Besonders beklemmend war der Gedanke, dass die Mitarbeiter des Konzentrationslagers nach ihrer schrecklichen Arbeit zu ihren Familien zurückkehrten und scheinbar "normale" Leben führten. Dieser starke „Kontrast“ zwischen der Brutalität, die sie tagsüber ausübten, und ihrem abendlichen Rückzug in die Normalität stellt eine unfassbare Unmenschlichkeit dar.“
Benedikt Bodisch, 8C

„Am meisten in meinen Kopf eingeprägt hat sich das Bild in welchem Franz Ziereis, aus Rache, von den Häftlingen, mit seinem eigenen Blut beschmiert, auf den Zaun gehängt wurde als alle befreit wurden.“
Niklas Damm, 8C

Raum der Namen

„Von weiter Entfernung könnte man fast glauben, dass es einfach eine weiße Fläche ist. Wenn man näherkommt, sehen sie wie unzählige, dünne, weiße Linien aus. In Wirklichkeit sind es alles Namen von Personen, die im Konzentrationslager umgekommen sind.“
Camillo Falk, 8C

„Der Raum der Namen hat mich sprachlos gemacht. Ich wusste es sind viele Menschen gestorben aber das nochmals Weiß auf Schwarz zu sehen war ein ganz schlimmes Gefühl.“
Lara Fürst, 8C

„Die erschütterndste Erfahrung war die Besichtigung des Namenraums, wo die Namen aller in diesem KZ gestorbenen Häftlinge aufgelistet war. Auf einem Schlag wurde einem klar wie viele Familien und Freundschaften zerstört wurden.“
Stefan Maschl, 8C

„Das Interessanteste und zugleich Unheimlichste war, als wir in den Raum mit den Namen der verstorbenen Häftlinge gekommen sind.“
Rafael Misirkov, 8C

Mühlviertler Hasenjagd

„Besonders die Erzählung von Herr Professor Kästenbauer über die „Mühlviertler Hasenjagd“ an dem Ort, wo sie wirklich passiert ist, war sehr interessant und nochmal ein neuer Eindruck.“
Sophie Riedl, 8B


Gymnasium Niederösterreich - eduvidual.at - Klassenbuch - Vorwissenschaftliche Arbeit (VWA) - Impressum