1864-1865Landesunterrealschule
1865-1871Realgymnasium der Gemeinde mit vier Klassen
1871-1894Landesrealgymnasium mit vier Klassen
Übersiedlung in die Volksschule (1872)
1894-1909Landesreal- und Obergymnasium mit acht Klassen
Erweiterung des Schulhauses durch Zubau (1895)
Eröffnung des Konviktes (1896)
1909-1921Landes-Realgymnasium
Zulassung der Mädchen (1919)
Schließung des Konvikts (1919)
1921-1938Bundes-Realgymnasium
Gründung des Elternvereins (1934)
1938-1945Oberschule für Jungen und Oberschule für Mädchen
1945-1964Staatsrealgymnasium/Bundesrealgymnasium
1964Bundesgymnasium
1973Expositur in der Reiterkaserne
1975Beginn des Neubaus
1980Eröffnung des Neubaus
2009Beginn des nächsten Zubaus
2011Inbetriebnahme des Zubaus und der neuen Dreifachturnhalle
2012Feierliche Eröffnung des renovierten Gebäudes
2014150-Jahr-Feier

Seit 1774 besteht in Österreich die Unterrichtspflicht: die unter Maria Theresia eingeführte "Allgemeine Schulordnung" schreibt für alle Kinder zwischen 6 und 12 Jahren eine Grundschulbildung vor. Nur wenige Jahre nach dem Inkrafttreten dieses Gesetzes kam Juditha Schwarz, die Witwe eines Stockerauer Notars, auf die Idee der Einrichtung einer höheren Schule in Stockerau.Sie gründete 1778 in ihrem Testament eine Stiftung zur finanziellen Unterstützung des Stockerauer Schulwesens.

Mehr als 80 Jahre vergingen, bis 1864 die "Landes-Unterrealschule", die Vorläuferin unseres Gymnasiums, in der heutigen Brodschildstraße eröffnet werden konnte. Der Lehrkörper bestand damals aus dem Schulleiter und vier Lehrern. Im Jahr darauf wurde diese Unterrealschule in ein vierjähriges Realgymnasium mit einem anspruchsvollen Lehrplan umgewandelt. Diese Schulform entsprach etwa der heutigen Unterstufe. Das Interesse der Familien war aber nicht groß genug, und das Gymnasium konnte wegen der niedrigen Zahl der Schüler von der Gemeinde nicht weiter finanziert werden.

Da aber die Stockerauer auf die im Bezirk höchste Bildungsstätte nicht verzichten wollten, setzten sie sich 1871 in zähen Verhandlungen mit dem Land Niederösterreich dafür ein und erreichten, dass das Land die Verwaltung der Schule und die Bezahlung der Lehrer als Landesbeamte übernahm. Dafür verpflichtete sich die Marktgemeinde Stockerau zur Sicherung der notwendigen Räumlichkeiten und errichtete innerhalb eines Jahres das Schulgebäude in der heutigen Judithastraße.

Das Schuljahr 1872/73 konnte bereits hier begonnen werden. Bald zeichnete sich aber ein wachsender Bedarf an einem "vollwertigen" Gymnasium mit acht Jahrgängen ab. 1880 begann ein langwieriger bürokratischer Kampf mit den Landesbehörden um die Erweiterung der Schule. Erst 1894, nachdem Stockerau in den Rang einer Stadt erhoben worden war (1893), gab der Landtag der Forderung statt und beschloss die Erweiterung der Schule zu einem "Landesreal- und Obergymnasium" mit acht Schulstufen und abschließender Matura. Diese Genehmigung war allerdings an finanzielle Bedingungen geknüpft (so musste die Stadt zum Beispiel ein Internat für 50 Schüler errichten), welche die Gemeinde nur durch eine außerordentlich hohe finanzielle Zuwendung der Sparkasse und mit Hilfe einer neuen privaten "Schulstiftung" der Stockerauerin Theresia Pampichler erfüllen konnte. Immerhin hat man für das Schuljahr 1895/96 das Schulhaus um einen neuen Trakt erweitert und das Internat "Unter den Linden" erbaut (1896).

Im Schulhaus in der Judithastraße war auch die Volksschule untergebracht, die in der ständig wachsenden Stadt immer mehr Kinder aufzunehmen hatte. So sah sich der Gemeinderat bald wieder mit dem Raumproblem der Stockerauer Schulen konfrontiert und beschloss schließlich im März 1907 den Neubau eines Gymnasiums "Unter den Linden", das bereits eineinhalb Jahre später, am 15. November 1908, feierlich eröffnet werden konnte. Zugleich erhielt diese Schule eine neue Organisationsform, indem sie in ein "Landesrealgymnasium" mit Französisch als erster lebender Fremdsprache umgewandelt wurde.

Der erste Weltkrieg unterbrach die geistige und materielle Entwicklung. Auch die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Probleme der folgenden Jahre und Jahrzehnte machten vor dem Schultor keinen Halt. Aus diesen schwierigen Zeiten seien hier nur einige Stationen im "Leben" des Gymnasiums erwähnt. 1919 mußte das Internat geschlossen werden, die betroffenen Schüler mussten auf das Gymnasium verzichten. Im selben Jahr wurde Mädchen in Österreich der reguläre Besuch einer Mittelschule gestattet (bis dahin konnten sie nur als außerordentliche Schülerinnen ein Gymnasium besuchen).

1921 wurde die Schule "verstaatlicht" und in "Bundes-Realgymnasium" umbenannt. 1929 ersetzte man - wie in ganz Stockerau - die Gasbeleuchtung durch elektrisches Licht. Die Gründung des Elternvereins am Stockerauer Gymnasium fällt ins Jahr 1934. Nach dem "Anschluss" wurde das Gymnasium in eine "Oberschule für Jungen" und eine "Oberschule für Mädchen" umgewandelt und unter politische Führung gestellt. Der Unterricht wurde - wenn auch unter großen Entbehrungen und Einschränkungen - selbst während des Krieges weitergeführt. Im Februar 1944 musste der Schulbetrieb in die Volks- und Hauptschule verlegt werden, da das Gymnasiumsgebäude zum Notlazarett umfunktioniert worden war. Am 24. September 1945 wurde der Unterricht mit sieben Lehrern und 340 Schülern wieder aufgenommen. Die Einrichtung war geplündert worden, das Gebäude hatte keine intakten Fensterscheiben.

Das wichtigste Ereignis in der jüngsten Geschichte der Schule war die Errichtung des neuen Traktes und die damit verbundene Renovierung des Altbaus. Die Abschaffung der Aufnahmeprüfung Ende der 1960er Jahre und die 1971 eingeführte Schülerfreifahrt brachten einen großen Zustrom von Schülern mit sich, und das Stockerauer Gymnasium kämpfte mit akuter Raumnot, so dass 1973 fünf Klassen in die nahegelegene "Reiterkaserne" ausgesiedelt werden mussten. Eine Vergrößerung der Schule war unerlässlich. Die Bauarbeiten begannen 1975 und wurden 1980 abgeschlossen. Bereits 1977 brachte man einige Klassen provisorisch im halbfertigen Neubau unter; 1979 konnten Chemie-, Biologie- und Physiksaal sowie das Sprachlabor bezogen werden. Die feierliche und offizielle Eröffnung des neuen Traktes durch Unterrichtsminister Dr. Fred Sinowatz fand am 25. Jänner 1980 statt. Am 18. Februar 1980 erfolgte die Besiedelung des (aus heutiger Sicht alten) Neubaus mit zwei neuen Turnsälen, dem Sprachlabor, dem AV-Saal und den NAWI-Sälen (PH,BIUK und CH).

Am 01.12.1988 wurde Dr. Helmut Heugl zum Landesschulinspektor in den LSR für NÖ berufen.

Mit dem Schuljahr 1989/90 begann die neue Technologie Einzug zu halten. Es wurde der Schulversuch "Realgymnasium mit Schwerpunkt Informatik" gestartet. Dies führte im Schuljahr 2001/02 zur Führung dieser Klassen in der Oberstufe in Form von Notebookklassen.

Im Jahr 2002 wurde Mag. Wolfgang Kaindl zum Fachinspektor für Bewegung und Sport in den LSR für NÖ nach St. Pölten berufen. Ab der 3. Klasse konnte man nun auch Französisch statt Latein wählen. Ab 2002/03 gab es für die ersten Klassen sogenannte Schwerpunktklassen: zur Wahl standen die Sportklasse, die Musisch-Kreativklasse oder die Teamworkklasse (davor Soziale-Lern-Klasse). Es gab dafür eigene zusätzliche Stunden.

Mit dem Schuljahr 2004/05 startete einerseits die Nachmittagsbetreuung und andererseits in der 3. Klasse der Zweig Latein-Bilingual. Es wurden von nun an im Lateinzweig sechs Fächer mit Natives zu 50% auf Englisch unterrichtet.

2005/06 startete zunächst versuchsweise die 5-Tage-Woche, die immer noch gehalten wird. 2006/07 mussten wir auf die Stundenkürzungen reagieren und das Konzept für die 1. und 2. Klassen umstellen. Wir führten die Aktiv_Klassen ein. Es gibt daher seit damals die Wahl zwischen Fit for Life, Medien_Aktiv, Natur_Aktiv oder Team_Aktiv.

Im Juli 2009 war es endlich soweit, dass nach jahrelangen Verhandlungen wieder einmal der Bagger vor der Türe stand und das Großprojekt "Schulneubau, Turnsaal-Zubau und Renovierung der alten Teile" beginnen konnte. Die Bauphase beinhaltete auch Containerklassen. Zunächst wurde die moderne Dreifachturnhalle errichtet. Parallel dazu kam es zum Bau des neuen Traktes. Danach wurde der "1980iger Bau" saniert und zum Schluss wurde auch der älteste Trakt hergerichtet.

Im Jänner 2011 wurde der neue Teil der Schule feierlich eröffnet und am 26. September 2012 fand die Einweihung der nun fertiggestellten Schule statt.

Seit dem Schuljahr 2012/13 werden alle Oberstufenklassen als Notebookklassen geführt, da die neue Reifeprüfung, die im Jahr 2015 erstmalig stattfinden soll, den Einsatz der neuen Medien in Mathematik erforderlich macht.


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