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Foto„Niederlagen gehören zum Sport dazu. ´Verlieren können´ kann man lernen …“ Diese wertvolle Erfahrung wurde wieder einmal den SchülerInnen vorenthalten, denn zum dritten Mal musste ich mich im Rahmen des Fit for life Projektes „Catch me if you can – waterchallenge“ geschlagen geben…

„Catch me if you can“ ist ein kleiner Wettbewerb „Schüler gegen Lehrer“: während die Kinder 50 Längen (bei 25 Kindern in der Klasse) jeweils 2 Längen als Staffel schwimmen, legt der Lehrer die gesamte Distanz alleine zurück. Die Auswahl der Streckenlänge, das Alter der SchülerInnen und ihre Schwimmleistung ist bei diesem Projekt so ausgelegt, dass es eigentlich ungewiss ist, wer gewinnt. Eigentlich. Denn auf die 1a hat dies schon im Vorfeld nicht ganz zugetroffen: die einzelnen Schwimmzeiten der SchülerInnen zeigten nämlich, dass das Rennen mit 4 Längen Vorsprung für die Kinder ausgehen würde. Ich ging daher mit dem Ziel in den Wettbewerb, diese „prognostizierte Schlappe“ auf ein Minimum zu reduzieren. Was dann aber am 14.2. im Hallenbad passierte, kann man durchaus als „sportliches Waterloo“ bezeichnen, die SchülerInnen der 1a sind mir regelrecht „um die Ohren“ geschwommen: sie verbesserten ihre Durchschnittszeit auf je 2 Längen gleich um 4 Sekunden je Schüler! Nahezu alle SchülerInnen haben ihre persönliche Zeit verbessern können, und das sogar um einige Sekunden. Und somit musste ich mich am Ende mit mehr als 6 Längen Rückstand (fast 3 Minuten) geschlagen geben! Ich freue mich sehr für meine SchülerInnen, ich bin sehr stolz auf ihre Leistung und bin mit meinem 2.Platz durchaus zufrieden (Ich kann also sehr gut Niederlagen einstecken, vielleicht auch deswegen, weil ich darin sehr geübt bin :-) Anmerkung: ich habe schließlich bis dato jedes Mal verloren …

Einen Tag darauf, am 15.2., nahm die 1b die Herausforderung an. Den einzelnen Schwimmzeiten nach standen die Vorzeichen für die SchülerInnen eher schlecht: rein rechnerisch würde die 1b um über 2 Längen verlieren. Aber so wie man es bei der 1a gesehen hat, sind die Kinder immer wieder für Überraschungen gut: zwar musste sich die 1b um etwa 15 Meter, in etwa eine halbe Länge, geschlagen geben, aber der Ausgang dieser Challenge war überraschend knapp. Und hinzukommt, dass die SchülerInnen der 1b, trotz Niederlage beim Schwimmbewerb, gleich zwei Mal gewonnen haben: zum einen haben sie sich beim Bewerb gegenseitig mit größter Begeisterung angefeuert und unterstützt, so dass mir im Wasser fast die Ohren schmerzten, und zum anderen haben sich fast alle SchülerInnen über die 50 Meter ordentlich verbessert. Somit sind an diesem Tag gleich zwei erwünschte Ziele erreicht worden: die Schwimmzeiten haben sich deutlich verbessert, und, was für mich noch viel mehr zählt: die Klasse ist, trotz, oder vielleicht auch gerade wegen der gemeinsamen Niederlage, als Gemeinschaft noch enger zusammengewachsen. Und noch ein schöner Nebeneffekt: die Kinder der 1b haben ihrem „alten Turnlehrer“ eine riesen Freude gemacht, indem er auch einmal bei „Catch me if you can“ als Erster anschlagen durfte …

Mag. Rüdiger Verwanger



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