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FotoAm Montag, den 17. Februar, lernten die SchülerInnen der 2a und 2b die Sportart Karate kennen. In einem ersten Schritt übten wir Grundtechniken wie Faustangriffe, Abwehrbewegungen, um diese zu blocken und schließlich Beinschläge/Kicks. Sarah aus der 2a, die seit einiger Zeit Teakwondo betreibt, zeigte uns die Taeguk-il-jang- Poomsae, eine Art Kür mit festgelegten Techniken, die einen Kampf gegen imaginäre Gegner darstellt und für Gürtelprüfungen und eigene Wettkämpfe einstudiert wird. Außerdem trug Sarah einen Dobok, einen Taekwondo-Anzug.

Nach dieser „Grundschule“ wurde eine Stationsbetrieb aufgebaut, bei dem die erlernten Techniken am Sandsack, gegen einen Ball und mit einem „Gegner“ angewandt wurden. Erweitert wurde das Programm mit Geschicklichkeitsübungen, bei denen versucht wurde, den Gegner von der Langbank bzw. vom Pferd so aus dem Gleichgewicht zu bringen, sodass er herunterfällt.

Im dritten Teil des Projektes stand spezielle Selbstverteidigung für Mädchen am Programm. In einem ersten Schritt wurden zunächst allgemeine Punkte in der Theorie besprochen, mit dem Ziel, bei den Mädchen nicht Angst zu schüren, sondern durch das Besprochene und den anschließenden Verteidigungs- und Abwehrtechniken ihr Selbstbewusstsein und -vertrauen zu stärken und bedrohliche und gefährliche Situationen überhaupt zu vermeiden.

Im praktischen Teil wurden zunächst Befreiungsgriffe erlernt. Anschließend probierten die Mädchen Abwehrtechniken und Befreiungsschläge aus, welche an dieser Stelle jedoch nicht näher beschrieben werden, um den „Effekt der Überraschung“, der wesentlich zum Gelingen eine Befreiungsaktion beiträgt, nicht zu schmälern. Gegen Schluss hin wurden Techniken behandelt, die eine hohe Effektivität haben und beim Angreifer durchaus auch schwere Verletzungen verursachen können. Den Schülerinnen wurde jedoch eindringlich erklärt, dass diese nur im äußersten Notfall als Selbstverteidigung angewendet werden dürfen und keinesfalls in „harmlosen“ Situationen, und schon gar nicht, um sich zum Beispiel beim Schulbuffet in der Menge einen schnelleren Zugang zur Schnitzelsemmel zu verschaffen …

Den Abschluss bildete ein „Gratisflug“ durch den Turnsaal: die Mädchen wurden von mir mit einem Schulterwurf „auf die Matte befördert“. Der Andrang für diese Aktion war sehr groß und meine Bandscheiben waren sehr dankbar, dass das zeitliche Ende des Projektes dieser Belastungsprobe ein Ende bereitete.

Trotz ernstem Hintergrund hatten die Mädchen beim Üben sehr großen Spaß. Ihnen wurde jedoch auch bewusst gemacht, dass diese vier Stunden nur ein Hineinschnuppern in diese Thematik sein konnte, denn all diese Techniken erfordern eine lange Übungszeit und eine hohe Wiederholungszahl, um im Ernstfall richtig und reflexartig abrufbar zu sein.

Mag. Rüdiger Verwanger



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